29. September 1996, kurz vor 9 Uhr, Berlin: Ich stehe irgendwo weit hinten im letzten Block der Startaufstellung des Berlin-Marathons. Dies ist der Tag meines Marathon-Debüts, auf das ich mich mehr als ein Jahr lang vorbereitet habe. Ich habe in der letzten Nacht vor lauter Nervosität gerade mal 4 Stunden geschlafen, bin immer wieder aufgewacht und habe mich gefragt, ob wohl alles gut gehen wird. Irgendwann habe ich mich dann auf den Weg gemacht, habe die 500 Meter von unserer Wohnung bis zum Startbereich zurückgelegt und stehe nun inmitten Zehntausender anderer Läufer. Gefühlsmäßig bin ich hin und her gerissen. Einerseits fürchte ich mich vor dem Moment, wenn sich das Läuferfeld in Bewegung setzt und der Marathon tatsächlich beginnt: Kann ich es tatsächlich schaffen? Bin ich gut genug vorbereitet? Was kann mir auf der Strecke alles passieren? Andererseits will ich diese Anspannung, diesen Knoten im Bauch endlich loswerden und loslaufen, dem Ziel nach 42 Kilometern und 195 Metern entgegen.
1. April 2012, kurz vor 9 Uhr, Midlum, Insel Föhr: Ich stehe mit meinem Fahrrad rund 100 Meter vor der Startaufstellung des Föhr Marathons. Dies ist der Tag unserer Marathon-Premiere, die wir über ein Jahr lang geplant und organisiert haben. Heute früh um 5 Uhr bin ich nach 3 Stunden Schlaf aufgestanden, ein schneller Kaffee und dann die 150 Meter bis zum Zielbereich am Sportplatz zurückgelegt. Danach verging die Zeit wie im Flug: Schilder und Absperrbaken aufstellen, Fragen beantworten, bei der Startnummernausgabe nach dem Rechten sehen, die übrigen Fahrradeskorten einweisen, Funkgeräte verteilen, in die Radklamotten wechseln und schließlich die wartenden Läufer in Richtung Start lotsen. Nur nur noch wenige Minuten bis zum Start, dann würden die folgenden 6 Stunden zeigen, ob tatsächlich alles so läuft, wie wir es uns vorgestellt und geplant haben.
Aber wie war es überhaupt zu diesem denkwürdigen Augenblick gekommen?